Die finnischen Volkshochschulen sind für alle offene Bildungseinrichtungen, in denen man neue Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben kann. Zum Angebot gehören in der Regel Kurse in Kunstfächern, in handwerklichen Fertigkeiten, in Sprachen und Literatur, in Hauswirtschaft, Sport und EDV sowie in gesellschaftlichen Fächern. Außerdem werden an den Volkshochschulen jedes Jahr zahlreiche, für alle Interessenten offene Vorträge über verschiedene Themenbereiche gehalten. Die Kursteilnehmer haben keinen beruflichen Abschluss als Ziel, sondern ihre Teilnahme basiert auf dem Prinzip des lebenslangen Lernens und dem Wunsch zu lernen und sich weiterzentwickeln.
In Finnland gibt es insgesamt 175 Volkshochschulen. Eine Volkshochschule ist in jeder finnischen Gemeinde tätig. Eines der Hauptprinzipien der Volksschule ist es, den Unterricht zu den Menschen zu bringen. Aus diesem Grund werden Kurse häufig dezentralisiert in verschiedenen Teilen der Gemeinde angeboten. In der finnischen Sprache können die Volkshochschulen unter verschiedenen Namen firmieren: kansalaisopisto, työväenopisto, opisto oder aikuisopisto. In der freien Erwachsenenbildung gibt es verschiedene Typen von Bildungseinrichtungen, und die Volkshochschule vertritt einen von ihnen.
- Die Volkshochschulen zählen mehr Kursteilnehmer als alle anderen Bildungseinrichtungen in Finnland.
- An den Kursen nehmen jährlich rund 600 000 Menschen teil.
- Alle Erwachsenen können am Unterricht teilnehmen, ungeachtet ihrer Altersstufe und ihres Bildungshintergrunds.
- Insgesamt werden jährlich über 2 Millionen Unterrichtsstunden abgehalten.
In den Gemeinden können die Bürger in vielen Fällen auf das Kursangebot Einfluss nehmen, indem sie eigene Wünsche vorbringen; die Volkshochschulen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die lokalen Bildungsbedürfnisse zu berücksichtigen. Aufgrund dessen variiert das Kursangebot von Ort zu Ort, und die Volkshochschulen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Bei der Gestaltung des Kursangebots kann man auch auf gesellschaftliche Wandlungen reagieren.
In vielen Ortschaften ist die Volkshochschule ein wichtiger Akteur der kulturellen Bildung. Außer Kursen richten die Volkshochschulen auch verschiedene Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen und Kunstaustellungen ein. Unter den Fittichen der Volkshochschulen betätigen sich häufig auch ein eigener Chor, ein Orchester oder ein Theaterensemble. Im besten Fall sind die Volkshochschulen aktive Begegnungsstätten und Kulturzentren. Die Volkshochschulen reduzieren vorbeugend die Kosten der Sozial- und Gesundheitsfürsorge. Zugleich beschäftigen sie Gemeindebewohner in vielerlei Weise.
Die Volkshochschulen bieten auch grundlegenden Kunstunterricht, d. h. eine zielstrebig fortschreitende Kunsterziehung, an. Zum grundlegenden Kunstunterricht gehören Musik, Tanz, kreatives Schreiben sowie darstellende und visuelle Künste. Ein Teil der Volkshochschulen bietet Integrationskurse für Einwanderer an. Die Volkshochschulen richten ferner auch Kurse des offenen Universitätsunterrichts ein und kooperieren mit gymnasialen Oberstufen, indem sie fakultative Oberstufenkurse anbieten.
In den folgenden Bereichen wird am meisten Unterricht angeboten:
- Handwerkliche Fertigkeiten 23 %
- Musik 19 %
- Sprachen 18 %
- Sport 13 %
- Bildende Kunst 10 %
- Theater und Tanz 6 %
Das Ziel der Volkshochschulen ist, gemäß dem Gesetz über die freie Erwachsenenbildung die vielseitige Entfaltung und das Wohlergehen der Menschen sowie die Verwirklichung der Demokratie, des Pluralismus, der nachhaltige Entwicklung und der Internationalität zu fördern. Von den fünf Typen der Einrichtungen der freien Erwachsenenbildung stellt die Volkshochschule den größten Typ dar.
Die Kontaktdaten der finnischen Volkshochschulen finden Sie hier.


